Biographie

Frühe Jahre · 1936–1959

1936

Robert Tauber wird in St. Leonhard in OÖ geboren. Er kennt von seiner frühesten Jugend an keinen anderen Wunsch, als Bildhauer zu werden.

1952

Praktikum als Zimmermann.

1952–60

Lehrjahre als Tischler bei Meister Michl, Ausbildung zum Holzbildhauer und Vergolder.

1953

Erste selbständige plastische Figur aus Granit.

1955

Kleine Holzfigur Hl. Wolfgang.

1956

Robert Tauber arbeitet als Holzbildhauer und Vergolder.

1957

Erster Möbelentwurf für einen kleinen Tisch. Ausführung durch den legendären Intarsienschneider Meister Friedrich Michl, bei dem Robert Tauber auch das Fachzeichnen für Möbelbau lernt.

1959

Weibliches Portrait aus Kupfer getrieben und farbig emailliert. Plastik eines kleinen Pferdes aus Sandstein.

Wien & Akademie · 1960–1969

1960

Übersiedlung nach Wien. Beginn des Bildhauerstudiums an der Akademie für bildende Kunst Wien. Abgestoßen von der Primitivität des Meisterschulleiters wendet sich Tauber dem weltgewandten Prof. Josef Pillhofer zu. Es folgen 4 Jahre als Schüler von Pillhofer und Boeckl mit intensivem Studium der Natur, einer konsequenten Analyse und gegen Ende 1964 einer zögernden Synthese.

1961

Im Sommer macht Robert Tauber an der Waldaist (Mühlviertel) eine große Granitfigur.

1962

Beginn der Arbeit an der Skulptur „Wasserträgerin“.

1962–69

Eigenes Atelier in Wien-Josefstadt (gemeinsam mit seinem Studienkollegen Johann Sperlhofer).

1963

Erster Schmuckentwurf (Ring mit 3 Smaragden). Entwurf für silberne Gefäße. Fertigstellung der Skulptur „Wasserträgerin“. Beginn einer großen Liebe zum Relief; Vorbilder suchend von Donatello bis Arp. Erster geometrischer Versuch. Gedrechselte Figur aus Kirschholz.

1964

Diplom an der Akademie der bildenden Künste Wien (Mag. art.). Meisterschulpreis. Begeistert von den elementaren Denkformen der französischen Kunst, übernimmt Robert Tauber eine Komposition Maillols und entwickelt daraus eine Reihe eigener Variationen. Drei Variationen zum Thema „Stehende Dame“. Entwurf für einen goldenen Teller mit Email, streng geometrisch, Quadrat und Kreis als Elemente verwendend. Erste, sehr einfache Bilder auf Papier.

1965

Es entstehen in rascher Folge die Skulpturen des sogenannten „Bunten Taubers“ (Phoenix aus Holz und Seide). Baldachin aus Filz und Holz mit Blume. Bilder in starken, ungebrochenen Farben mit strenger Konturierung. Robert Tauber experimentiert mit geometrischer Ordnung und malt große Rundbilder. „Kleine Badende“ in Bronze und davon abgeleitet „Große Badende“, eine massive Skulptur aus Lindabrunner Konglomerat.

1966

Eine Reihe von ungegenständlichen Holzskulpturen mit einer starken, naturbezogenen Ausstrahlung entsteht. 5 Meter hohe, polychrome Holzskulptur „Die große Nessel“. Leicht und elegant mit sparsamen, bildnerischen Mitteln die Figur „Nofretete“ aus Holz, mit Platin belegt. Kleiner, fliegender Vogel. Große, polychrome Holzskulptur „Große Hand“. In Variationen immer wieder das Motiv des Vogels bzw. goldener Vögel. Entwurf für einen Armreif (Gold, Lapislazuli, Email). Brosche (Gold, Perlen, Email).

1967

Drei großformatige, quadratische und drei runde Bilder unter konsequenter Verwendung geometrischer Mittel.

1968

Tauber experimentiert mit Kupferfolie und es entsteht eine geschlossene Reihe von kubischen ungegenständlichen Plastiken. Großes Objekt aus Kupferblech; eine Reihe kleiner Plastiken aus Kupferfolie, vergoldet. Eine Reihe von Skulpturen und Bildern, zum Großteil mit sichtbar gegenständlicher Prägung. Zum Teil großformatige Bilder auf Leinen. Weiterer Möbelentwurf (Bett aus Palisander).

1969

Zögernde Abkehr von der ungegenständlichen Darstellung. Ausstellung in der Österreichischen Staatsdruckerei in Wien. Robert Tauber verlässt Wien und geht nach Altmünster und hat Schwierigkeiten, sein zu beachtlichem Umfang angewachsenes Werk räumlich unterzubringen.

Altmünster & Antike · 1970–1979

1970

Einzelausstellung in der Galerie MAERZ in Linz. Erstes Temperabild auf Holz. Gruppenausstellung „Junge Künstler – junge Kunst“ in der Kammerhofgalerie Gmunden.

1970–78

Es entsteht eine Vielzahl von Skulpturen. Hinwendung zur Thematik der Antike. Mensch, Fabelwesen, Tier, großer und kleiner Obelisk, intimes Portrait, große Signatur.

1971

Beginn der Malerei mit Eitempera auf Holztafeln („Das Rotkäppchen geht durch den Wald“). Buntstiftzeichnungen mit Vogelthema. Tauber macht verschiedene Kruzifixe für Klassenzimmer (von Bürgermeister und Pfarrer als unpassend abgetan, werden sie kurz darauf von einem Sammler gekauft). Temperabilder auf Japanpapier zu E.T.A. Hoffmanns „Klein Zaches“.

1972

Es entsteht eine Reihe von Hinterglasradierungen auf Goldgrund „Huldigungen an Eros“. Weiterführung der Tafelmalerei, immer mit dem Thema des menschlichen Gesichtes.

1973

Eigenes Atelier in Altmünster (Holzschuppen).

1974

Großformatige Temperabilder auf Japanpapier. Vogelbilder. „Selbstportrait“. Bilder zum Thema „Die getötete Kreatur“.

1975

Einzelausstellung im Museum in Ried. Gemeinschaftsausstellung mit Johann Sperlhofer in der Galerie Otto Bejvl in Linz. Eine Folge von Buntstiftzeichnungen (Weltreisen).

1976

Reihe der Gemüsebilder. Holzskulptur „Sphinx“. Widderkopf in Alabaster.

1977

Figur „Königin der Nacht“ in Gelbguss. Verschiedene Kleinbronzen; Obelisk in Holz; Goldguss „Januskopf“. Brosche mit Sphinxthema.

1978

Robert Tauber verfolgt mit unerhörter schöpferischer Kraft die Möglichkeiten der Skulptur, seine Vorstellung des Menschenbildes auszudrücken. Die Hinwendung zur Thematik der Antike ist unübersehbar. Wilder Mann, Tier, Fabelwesen, großer und kleiner Obelisk, große Signatur (T), Standbild für Mozart und Königin der Nacht, Figuren der Athene.

1979

Temperabilder auf Holz; Temperabilder auf Japanpapier. Goldguss „Geburt der Venus“. Buntstiftzeichnungen zu Mensch und Natur. Gouachen „Die Rückseite der Natur“.

Design & Schmuck · 1980–1989

1980

Einzelausstellung in der Galerie am Prielhof, St. Pauls/Eppan in Südtirol. Ausstellung gemeinsam mit Adi Holzer in der Galerie Schloss Mühlwang. Robert Tauber widmet sich auch dem Design. Einrichtung der evangelischen Kirche Schwanenstadt, u.a. Entwurf für großes Glasfenster. Entwürfe für Schmuckstücke und immer wieder Uhrenentwürfe.

1985

Design für die Druckluftwerkzeugserie für die Marke „Stid of Austria“.

1985–90

Skulpturen werden in Verona gegossen (für Sammler und Robert Tauber selbst); Schmuckserie in Kooperation mit Juwelier Köchert und Ausstellung in der Galerie Schloss Weyer; Entwürfe für die Porzellanmanufaktur Meissen (teilweise umgesetzt).

1988

Gesamtkonzept und Entwurf für die Einrichtung des Büros von Stid of Austria.

1989

Intensivierung des Versuches, seine vernünftigen, menschlichen Vorstellungen an Gefäßen aus Stein und Metall ablesbar zu machen. Reliefierte, buntbemalte Truhe. Beginn großer Tisch und Paravent.

Gefäße & Möbel · 1990–1999

1990

Entwurf und Ausführung einer großen Schmuckvitrine für Galerie Schloss Weyer.

1990–2000

Schmuck mit wesentlichen plastisch gestalteten Etuis. Intensive Weiterführung der Arbeit an Gefäßen.

1992

Entwurf und Gestaltung des Orgelgehäuses für die Schlosskapelle Weyer.

1997

Fertigstellung großer Tisch. Weiterer Tisch mit Wittgensteins Marmorplatte.

Spätwerk · ab 2000

2000

Ausstellung im romanischen Keller der Hypobank Salzburg.

ab 2000

Zum Teil großformatige (2 × 2 m) Temperabilder auf Holz. Großflächige, auch übermalte Vergoldungen (daher aufwändig grundiert).

2001

Robert Tauber nimmt mit seiner Frau Lotte einen weiteren Wohnsitz in Brixen.

2002

4 Sessel aus Stahl mit Leder.

2004

Bilder auf Holz, deren Motive immer sparsamer werden – fast monochrome Bilder in transparenter, vielschichtiger Malweise.

2000–2023

Über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren werden die älteren Skulpturen nach und nach aufbereitet, überarbeitet, komplettiert und/oder mit aufwändigen Sockeln oder Vitrinen versehen.

2023

Robert Tauber stellt seine künstlerische Tätigkeit gesundheitsbedingt ein und nimmt sich erstmals Zeit für die Betrachtung seines Werkes.